Die österreichische Energieversorgung

 

Wieviel Energie benötigt Österreich?

In der Grafik rechts sieht man den Gesamtverbrauch an Energie in Österreich, den sogenannten "Bruttoinlandsverbrauch" (BIV), über die letzten 46 Jahre.
Deutlich zu sehen ist, dass der Verbrauch seit etwa 2003 ziemlich konstant bleibt. Im Jahr 2015 betrug er 1.410 PJ, oder umgerechnet ca. 390 TWh (390 Billionen Wattstunden).

Der Stromanteil war eher gering mit ca. 65 TWh. Der Stromverbrauch in Österreich beträgt also "nur" etwa 17% des gesamten Energiebedarfs. Hinzu kommen noch die Gebäudeheizung, die Industrie und der Verkehr.

Was man an dieser Grafik auch erkennen kann ist, dass der Anteil der fossilen Energieträger seit 2005 kontinuierlich gesunken ist, und zwar von 78% auf 66%. Im Gegenzug sind die "Sonst. Erneu. Energien" starkt angestiegen. Der Grund sind hier vor allem die biogenen Anteile im Benzin und Diesel. Diese reduzieren den Ölverbrauch und steigern dabei gleichzeitig den Anteil der erneuerbaren Energien.

 

Der Anteil der Energieträger

Der aktuelle Stand über die einzelnen Anteile der Energieträger des Bruttoinlandsverbrauchs ist in dem Tortendiagramm ersichtlich.

Was sofort auffällt: noch immer sind die Wind- und Photovoltaikanteile verschwindend klein bei 1,5%.
Es ist aber auch klar, dass diese Art der Energieerzeugung nur ein Teil der alternativen Energieerzeugung der Zukunft sein kann. Dazu kommen noch die andere Nutzung der Sonnenenergie (Solarthermie), der weitere Ausbau der Wasserkraft (auch mit der Strom-Boje), die Geothermie (Erdwärme) und die Bioenergie (Biomasse, Biogase, etc.).

Die Umstellung auf erneuerbare Energien muss aber auch einhergehen mit einer starken Reduzierung des gesamten Energiebedarfs. Es geht dabei um mehr Energieeffizienz durch bessere Technologien, und um Energievermeidung zB. durch bessere Gebäudedämmung oder weiterer Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

Die Energieeffizienz wird sich vor allem bei der Umstellung des Verkehrs auf die e-Mobilität massiv erhöhen lassen. Das liegt daran, dass ein Verbrenner-Fahrzeug (Benzin oder Diesel) etwa die dreifache Energiemenge benötigt als ein vergleichbares reines Elektrofahrzeug (BEV). So benötigt ein Mittelklasse-PKW mit einem Verbrauch von 7 Liter/100km etwa 64kWh fossile Energie, wobei ein e-PKW mit 18kWh elektrische Energie auskommt. Übrigens: auch bei den LKWs und in der Schifffahrt tut sich hier bereits einiges.
In Verkehrs-Segment wird sich also der Energieverbrauch mit der Elektrifizierung in den nächsten 30 Jahren sukzessive verringern.

 


 

Elektr. Strom - die Energieform der Zukunft

 

Der Stromverbrauch in Österreich

Der Strom wurde und wird in Österreich mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energieträgern erzeugt (zw. 70-80%), in erster Linie mit Wasserkraft.

Die Grafik zeigt den Anstieg der Bruttostromerzeugung in Österreich - plus den notwendigen Stromimport
(gemeinsam 2017 ca. 77.000 GWh).

Aus dem Stromexportland Österreich ist seit 2001 ein Stromimportland geworden. 2017 waren es 6.545 GWh importierte elektr. Energie, oder 8,5% des Gesamtstrombedarfs! Die letzten Jahre waren es bis zu 13,4%.

Die Bruttostromerzeugung ist die Erzeugung der gesamten elektr. Energie ohne Berücksichtigung von Import/Export, Eigenverbrauch, Netzverluste und Pumpenergie für Staukraftwerke. Wäre dies berücksichtigt würde es "Energetischer Endverbrauch" heißen. Dieser energetische Endverbrauch lag 2017 bei etwa 66.300 GWh.

Dargestellt ist jedoch die Bruttostromerzeugung, da hier die Bilanz der erneuerbaren Stromerzeugung am besten ablesbar ist.

 

Die Bruttostromerzeugung 2017

Der Strom wurde in Österreich 2017 mit einem Anteil von 76% erneuerbarer Energieträger nachhaltig und fossilarm erzeugt.

Zudem ist das Wasserkraftpotential lt. Bundesministerium erst zu 70% ausgebaut. Doch gerade in diesem Bereich ist in den letzten Jahren nicht viel passiert. Seit 2012 geht der produzierte Strom aus Wasserkraft zurück, damals waren es noch über 47 TWh. 2017 waren es nur noch 42 TWh.

Doch neue Technologien wie die Nanotechnologie, organische Solarzellen, und auch innovative Erfindungen wie die Strom-Boje werden in Zukunft bei der umweltfreundlichen Energiegewinnung eine Rolle spielen.

 

 

Das Ziel der Stromversorgung bis 2030

Auch die neue Österreichische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt die Stromerzeugung bis 2030 komplett auf alternative Energien umzustellen. Jetzt könnte man meinen bei derzeit schon 78% klingt das nicht so ambitioniert!?

Nun, zu einen ambionitioniertem Gesamt-Klimaziel gehört natürlich mehr, doch aus mehreren Gründen wird wohl in den nächsten Jahren viel zusätzlicher im eigenen Land erzeugter Strom benötigt werden.

 

Die Zusammenstellung des zusätzlichen nicht-fossilen Strombedarfs sieht man rechts in der Grafik. Die benötigten Gigawattstunden (GWh) für die Elektroautos und für die Wärempumpen habe ich diversen Prognosen (IHS) und den Verkaufszahlen der Wärmepumpen (BmVIT) entnommen.

Den daraus folgenden Berechnungen wird zur Erreichung des Zieles im Jahre 2030 insgesamt fast 27.000 GWh zusätzlicher Strom aus alternativen Energiequellen benötigt werden.

Die umweltfreundliche Bruttostromerzeugung sollte sich demnach von 53.000 GWh (nur altern. Energieträger 2016) auf ca. 80.000 GWh (100% Erneuerbare) erhöhen.

Das bedeutet wir benötigen pro Jahr etwa 1.700 GWh neue umweltfreundliche Stromerzeugung in Österreich.
Das wären zB. ca. 250 moderne Windkraftanlagen pro Jahr. In den letzten vier Jahren sind im Durchschnitt jedoch nur 110 Anlagen gebaut worden. Doch wie oben bereits erwähnt gibt es nicht nur neue Technologien, sondern auch innovative Erfindungen.

Fazit:  Es ist machbar, nur braucht es auch Maßnahmen, und da meine ich vor allem politische Rahmenbedingungen schaffen!
Die Stromversorgung umzustellen ist jedoch nur ein Teilziel. Die Anteilserhöhung der erneuerbaren Energieträger beim Bruttoinlandsverbrauch (siehe ganz oben) sollte für das Klimaziel 2030 die eigentliche Aufgabe sein.

 

 

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