Elektro-Mobilität in Österreich

 


 

Elektroauto ist nicht gleich Elektroauto:

Alle reden vom "Elektroauto", und einige meinen aber auch Hybride! Was sind die Unterschiede? Hier eine kleine Zusammenstellung:

  • BEV (Battery Electric Vehicle): Ein BEV ist das eigentliche Elektroauto mit rein elektrischen Antrieb. Gespeist mit Energie eines Akkus, meist zwischen 30 und 100kWh. Dieser kann mit einer normalen Schucko-Steckdose (240V), CEE Steckdosen (400V Drehstrom) oder aber mit speziellen Gleichstrom-Schnellladestationen relativ schnell aufgeladen werden. Den größten Akku verbaut übrigens zur Zeit Tesla in seinem Model S P100D mit 100kWh.

 

 

 

 

  • PHEV (Plug-In-Hybrid-Electric Vehicle): Hier handelt es sich um einen Hybriden, meist mit einem Benzinmotor, der als elektrische Unterstützung einen oder mehrere Elektromotoren mit eingebaut hat. Eine Batterie, mit der man rein elektrisch etwa um 50km fahren kann, lädt man wie oben beim BEV beschrieben wieder auf. Das Aufladen des Akkus ist jedoch auch mit dem Benzinmotor möglich.

 

 

 

 

  • HEV (Hybrid Electric Vehicle): Ein Hybridauto, ebenfalls mit Elektromotoren ausgestattet. Jedoch ist hier das Laden des Akkus mit Kabel nicht möglich. Die elektrische Energie wird also nur mittels dem Benzinmotor (Dieselmotor eher selten) erzeugt.

 

 

 

 

 

  • REEV (Range Extended Electric Vehicle): Durch die begrenzte Reichweite der reinen Elektroautos (BEV) wird zwar selten, aber doch, ein Range Extender (REX) eingebaut. Dieser REX, meist als Benzinmotor ausgeführt, speist im Bedarfsfall den Akku und verlängert somit die Reichweite um ein paar Hundert Kilometer. Manchmal auch als EREV bezeichnet "extended range electric vehicles".
    Diese spezielle Form eines Elektroautos wird in manchen Statistiken extra angeführt, wird aber voraussichtlich in den nächsten Jahren gänzlich verschwinden, da die Reichweite der BEV immer größer, und somit der REX immer überflüssiger wird.

 

 

 

  • ECV (Electrically chargeable vehicle): Manchmal werden in Statistiken auch die aufladbaren e-Autos gemeinsam dargestellt. ECVs sind also die Summe aus reinen Elektroautos (BEV), Plug-in Hybriden (PHEV) und e-Autos mit Range extender (REEV).

 

 

  • NEV (New energy vehicles): In China wird der Ausdruck NEV verwendet. Er inkludiert die mit Stecker aufladbaren e-Autos, also die reinen Batterieautos (BEV) und die Plug-in Hybriden (PHEV). Es dürften aber auch e-Autos mit Range extender (REEV) dazu gehören. Und somit wäre es eigentlich dasselbe wie ECV.

 

 

 

 

 

  • FCEV (Fuel Cell Electric Vehicle): Das Wasserstoffauto ist eigentlich nur ein "halbes" Elektroauto. Aus H2 (Wasserstoff), welches im Fahrzeugtank unter 700bar gelagert wird, erzeugt eine Brennstoffzelle den Strom für die Elektromotoren. Auch ein Akku ist mit an Bord um die durch Rekuperation erzeugte Energie (Bremsenergie) zu speichern.
    Allerdings wird der Wasserstoff heute noch hauptsächlich aus Erdgas gewonnen. Dazu kommt, dass der Wirkungsgrad von der Primärenergieform (Erdgas bzw. Strom) zur Bewegungsenergie im Auto sehr schlecht ist. Die Tankstellendichte ist aber wahrscheinlich das größte Problem: aktuell (August 2018) gibt es ganze 5 Tankstellen in Österreich (Sattledt, Wien, Innsbruck, Graz und Asten bei Linz)!

 

 

 


 

 

Elektroautozulassungen in Europa

Elektroauto Neuwagenanteil in Europa

Bei den 2018 neu zugelassenen PKWs in Europa ist Österreich mit Platz 4 weiter im Spitzenfeld vertreten. Überholt wurde es allerdings knapp von Schweden. Norwegen spielt ja seit vielen Jahren in einer anderen Liga und hat zum ersten mal über 30% Elektroauto-Anteil erreicht! Der Anteil reiner Elektroautos (BEV) in Österreich lag 2018 bei 1,98%, das waren 6.757 Stück, eine Steigerung von 24%.

Deutschland belegt seit 2016 den Rang 8.

In allen Europäischen Ländern, die die reinen Elektoautos (BEV) einzeln zählen (das ist in einigen Ländern leider nicht der Fall) hat sich 2018 der Anteil an den Neuzulassungen erfreulicherweise erhöht! Auch in Dänemark, dort sank der e-Auto ja zuletzt zwei Mal stark ab (von 2,15% im Jahre 2015 über 0,62% 2016 auf 0,31% im Jahre 2017).

 

Anteil Elektroauto ÖsterreichDie Entwicklung in Österreich bis 2018

Die Grafik zeigt die Anteile der alternativ betriebenen neu zugelassenen PKWs an. Insgesamt wurden 2018 genau 341.068 PKWs in Österreich zugelassen.

Wie man sieht geht der Trend eindeutig in Richtung Elektroauto und Elektro-Hybride. Nachdem 2016 erstmals der Anteil der reinen Elektroauto-Zulassungen über 1% gelegen war, sind wir 2018 bereits bei knapp 2%.

Der Gesamtbestand der reinen Elektro-PKWs auf Österreichs Straßen lag Ende 2018 bei 20.831 Stück, das sind 0,42% aller PKWs (knapp 5 Mio.).

Der Abwärtstrend bei den Erdgasautos bzw. bivalent (Erdgas+Benzin) betriebenen PKWs (gelbe Linie) ist hingegen gestoppt worden, und stieg zuletzt wieder leicht auf 641 Stück.

Das Wasserstoffauto spielt lt. Statistik Austria bei den Neuzulassungen mit 7 neuen Anmeldungen im Jahre 2018 weiter eine Nebenrolle. Ob diese Technologie bei den PKWs überhaupt einen Anteil an den Neuzulassungen der Zukunft bekommt bleibt abzuwarten. Wegen der geringen Energieeffizienz und den höheren Anschaffungs- und Wartungskosten wird sie sich jedoch auch zukünftig sehr schwer tun.

 

 

Anteil Elektroauto DeutschlandDie Entwicklung in Deutschland bis 2018

Der Anteil der alternativ betriebenen PKWs bei unserem Nachbarn verläuft ähnlich, wenn auch auf einem geringeren Niveau.

Der Anteil der Elektro-Hybriden (HEV + PHEV) stieg wie aus der Grafik ersichtlich auch 2018 rasant an. Die Hybriden stiegen auf einen Anteil von 2,87% und die der Plug-In Hybriden auf 0,91%.
Der Anteil der reinen Elektroautos (BEV) stieg erstmalig über 1%, genau auf 1,05%. Somit hinkt Deutschland in Europa bei den Neuzulassungen von reinen Elektroautos jedoch weiter hinterher.

Wie in Österreich stieg jedoch nach den letzten konstanten Jahren der Anteil der Erdgasautos wieder etwas an. 2018 entschieden sich 0,3% der Autokäufer für diese Form des Antriebs.

Das Flüssiggasauto hat in Deutschland traditionell fast so hohe Zulassungszahlen wie des Erdgasauto (nicht in der Grafik). Hier sind die Verkäufe in den letzten 4 Jahren konstant auf niedrigen Niveau geblieben, zuletzt bei 4.463 Stück.

Und das Wasserstoffauto ist in der Statistik des deutschen Kraftfahrt-Bundesamtes immer noch nicht extra ausgewiesen.

 

 

 

 

 

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