Elektro-Mobilität in Österreich und Europa

 

Anteil Elektroauto Österreich Die Entwicklung in Österreich bis 2020

Die Grafik zeigt die Anteile der alternativ betriebenen neu zugelassenen PKWs in Österreich an. Insgesamt wurden 2020 248.740 PKWs in Österreich zugelassen.
Die Zahlen sind wie man unschwer in der Grafik erkennen kann im Vergleich zu 2019 geradezu explodiert! Und zwar bei den Elektroautos und bei den Elektro-Hybriden.

BEV: Nachdem 2016 erstmals der Anteil der reinen Elektroauto-Zulassungen über 1% gelegen war, sind es 2020 bereits 6,4%, oder 15.972 Stück. Der Gesamtbestand der reinen Elektro-PKWs (BEV) auf Österreichs Straßen lag Ende 2020 bei 44.498 Stück, das sind 0,87% aller PKWs (ca. 5 Mio). Schön langsam macht sich die Wende also auch hier bemerkbar.

PHEV: Auch bei den Plug-in Hybriden gab es einen steilen Anstieg. 7.641 Anmeldungen bedeuten einen Anstieg gegenüber 2019 um 355%!

HEV: Die Elektro-Hybriden (HEV) schnellten sogar auf 26.026 Stück bzw. auf 10,46% in die Höhe.

Bei der Anzahl der Erdgasautos bzw. Erdgas-Hybriden (gelbe Linie) verändert sich seit Jahren so gut wie nichts. Dieses Mal liegt die Veränderung bei -30%. Das sind 407 Neuanmeldungen in dieser Kategorie.

Das Wasserstoffauto wurde lt. Statistik Austria 2020 genau 14 mal verkauft. Ende 2020 waren auch nur genau 45 H2-Autos auf österreichs Straßen unterwegs.
Es ist also mittlerweile ziemlich klar, dass diese Technologie bei den PKWs keinen großen Anteil vom Kuchen erhalten wird. Es spricht auch wirklich einiges dagegen: geringe Energieeffizienz, ökologische Fragwürdigkeit wegen der Wasserstoff-Herstellung aus Erdgas, höhere Anschaffungs- und Wartungskosten, und nicht zuletzt:  weitere Abhängigkeit von Tankstellen (kein Laden zuhaus möglich).

 

 

Anteil Elektroauto DeutschlandDie Entwicklung in Deutschland bis 2020

Der Anteil der Elektroautos bei unserem Nachbarn verlief 2020 ähnlich markant wie in Österreich. Wobei die Deutschen diesemal prozentuell sogar noch etwas mehr reine Elektroautos angemeldet haben als wir in Österreich.

Der Anteil der Elektro-Hybriden (HEV + PHEV) stieg wie aus der Grafik ersichtlich wieder rasant an. Die Hybriden stiegen auf einen Anteil von 11,22% und die der Plug-In Hybriden auf knapp 6,9%.

Der Anteil der reinen Elektroautos (BEV) stieg auf fast 6,7%. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 1,8%. Das ist ein Plus von 379%! Somit hat Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern in Europa massiv an Boden gut gemacht.

Der Anteil der Erdgasautos schwankt nach wie vor auf niedrigem Niveau. Hier gab es ein leichtes Minus auf 7.159 Stück (reine Erdgas- und Hybridautos).

Das Flüssiggasauto hat in Deutschland traditionell fast so hohe Zulassungszahlen wie das Erdgasauto (nicht in der Grafik). Hier sind die Verkäufe seit 2013 annähernd konstant auf niedrigen Niveau. 2020 etwas gefallen auf 6.543 Stück.

Das Wasserstoffauto wurde 308 mal zugelassen (ebenfalls nicht in der Grafik). Das ist ein Anteil von 0,01%. 2019 waren es 208 Stk.

 

 

 

 

 

Elektroautozulassungen in Europa

Elektroauto Neuwagenanteil in Europa

Wie man im Diagramm gut erkennen kann gab es im Jahr 2020 in vielen europäischen Ländern den größten Sprung in der jungen Geschichte der PKW-Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen. Österreich ist dabei von Platz 8 leicht auf Platz 10 zurückgefallen. Obwohl wir ebenfalls eine beachtliche Steigerung von 2,8% auf 6,4% BEV-Anteil geschafft haben.
An der Spitze hat sich Island von Platz 3 auf Platz 2 vorgearbeitet. Natürlich nach Norwegen, die 2020 bereits über 54% reine Elektrofahrzeuge zugelassen haben.

Deutschland hat sich von Platz 11 auf Platz 8 mit einem Anteil von knapp 6,7% verbessert.

In absoluten Zahlen hat Norwegen 76.804, Island 2.357, Niederlande 73.204, Deutschland 194.163, und Österreich 15.972 e-PKW 2020 angemeldet.

Aber auch in Ländern mit einem traditionell niedrigen BEV-Anteil hat sich einiges getan. Hervorheben möchte ich hier vor allem Länder mit einem Zuwachs von über 400% wie Slowakei, Estland, Griechenland, Lettland, Italien, Slowenien und Großbritannien.

Diesen erfreulichen e-Schub sieht man auch an der Steigerung des Durchschnittswerts der in der ACEA-Liste angeführten europäischen Ländern. Dieser lag 2019 noch bei 2,3% BEV der Neuzulassungen, 2020 bereits bei 6,3%.

 


 

Elektroauto ist nicht gleich Elektroauto:

Alle reden vom "Elektroauto", und einige meinen aber auch Hybride! Was sind die Unterschiede? Hier eine kleine Zusammenstellung:

 

  • BEV (Battery Electric Vehicle): Ein BEV ist das typische Elektroauto mit rein elektrischen Antrieb. Gespeist mit Energie eines Akkus, also einer wiederaufladbaren Batterie, meist zwischen 40 und 100kWh. Dieser Akku kann mit Wechsel- oder Drehstrom, zB. mit einer normalen Schucko-Steckdose (240V), CEE Steckdosen (400V Drehstrom) oder mit Typ2 Steckdosen aufgeladen werden. Hier beträgt die Ladeleistung meist zwischen 3,7 bis 22kW.
    Oder man lädt das Auto direkt mit speziellen Gleichstrom-Schnellladestationen (CCS, Chademo) um einiges schneller auf. Die Ladeleistungen liegen hier meist zwischen 50 und 150kW. Es gibt aber bereits schon einige Ladestationen mit 250kW oder sogar 350kW Ladeleistung.

 

 

 

 

  • PHEV (Plug-In-Hybrid-Electric Vehicle): Hier handelt es sich um einen Hybriden, meist mit einem Benzinmotor, der als elektrische Unterstützung einen oder mehrere Elektromotoren mit eingebaut hat. Eine Batterie, mit der man rein elektrisch etwa um 50km fahren kann, lädt man wie oben beim BEV beschrieben wieder auf. Das Aufladen des Akkus ist jedoch auch mit dem Benzinmotor möglich.

 

 

 

 

  • HEV (Hybrid Electric Vehicle): Ein Hybridauto, ebenfalls mit Elektromotoren ausgestattet. Jedoch ist hier das Laden des Akkus mit Kabel nicht möglich. Die elektrische Energie wird also nur mittels dem Benzinmotor (Dieselmotor eher selten) erzeugt.

 

 

 

 

 

  • REEV (Range Extended Electric Vehicle): Durch die begrenzte Reichweite der reinen Elektroautos (BEV) wird zwar selten, aber doch, ein Range Extender (REX) eingebaut. Dieser REX, meist als Benzinmotor ausgeführt, speist im Bedarfsfall den Akku und verlängert somit die Reichweite um ein paar Hundert Kilometer. Manchmal auch als EREV bezeichnet "extended range electric vehicles".
    Diese spezielle Form eines Elektroautos wird in manchen Statistiken extra angeführt, wird aber voraussichtlich in den nächsten Jahren gänzlich verschwinden, da die Reichweite der BEV immer größer, und somit der REX immer überflüssiger wird.

 

 

 

  • ECV (Electrically chargeable vehicle): Manchmal werden in Statistiken auch die aufladbaren e-Autos gemeinsam dargestellt. ECVs sind also die Summe aus reinen Elektroautos (BEV), Plug-in Hybriden (PHEV) und e-Autos mit Range extender (REEV).

 

 

  • NEV (New energy vehicles): In China wird der Ausdruck NEV verwendet. Er inkludiert die mit Stecker aufladbaren e-Autos, also die reinen Batterieautos (BEV) und die Plug-in Hybriden (PHEV). Es dürften aber auch e-Autos mit Range extender (REEV) dazu gehören. Und somit wäre es eigentlich dasselbe wie ECV.

 

 

 

 

 

  • FCEV (Fuel Cell Electric Vehicle): Das Wasserstoffauto ist eigentlich nur ein "halbes" Elektroauto. Aus H2 (Wasserstoff), welches im Fahrzeugtank mit 700bar gelagert wird, erzeugt eine Brennstoffzelle den Strom für die Elektromotoren. Auch ein Akku ist mit an Bord um die durch Rekuperation erzeugte Energie (Bremsenergie) zu speichern.
    Allerdings wird der Wasserstoff heute hauptsächlich
    noch aus Erdgas gewonnen. Dazu kommt, dass der Wirkungsgrad von der Primärenergieform (Erdgas bzw. Strom) zur Bewegungsenergie im Auto sehr schlecht ist (ca. 30%). Die Tankstellendichte ist aber wahrscheinlich das größte Problem: aktuell (Februar 2021) gibt es ganze 5 Tankstellen in Österreich (Sattledt, Wien, Innsbruck, Graz und Asten bei Linz)! Diese Anzahl hat sich seit 2018 nicht geändert.

 

 

 


 

 

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